1. Outdoor-Camp von Haus Miriam

Am 24.07.2021, 10:00 Uhr begann für 3 Bewohner (Jan, Paul und Max) des Hauses Miriam ein Abenteuer der besonderen Art. Die drei Jungs durften mit dem Betreuer Tobias als erste Kleingruppe 3 Tage (2 Nächte) direkt in einem Camp im Wald verbringen. Geschlafen wurde auf Luftmatratzen in Schlafsäcken unter einem Tarp (eine gespannte, witterungsfeste Plane). Die größte Herausforderung war, dass jeder Teilnehmer nur mit 6 Liter Wasser für die gesamte Zeit auskommen musste, was alle gut gemeistert haben. Ich denke, allen Beteiligten wurde deutlich, dass man bei solchen Voraussetzungen zusammen halten muss, um klar zu kommen. Selbst die Mückenplage war nach wenigen Stunden kein Thema mehr.

Als Erstes richteten wir uns nach einer längeren Platzsuche das Lager ein und stärkten uns mit einem Vesper. Nach einer kurzen Unterweisung ins Camp-Leben (Toilettengang, Hygiene, Aufbewahrung von Lebensmitteln und Sicherung der Ausrüstung) waren alle bereit für den ersten Ausflug. Wir liefen von unserem Camp in der Nähe vom Ententeich (Kyffhäusergebirge) über mehrere Aussichtspunkte (z.B. dem Gietenkopf mit Blick auf dem Kyffhäuser) nach Udersleben und von dort aus über neue Wege wieder zurück zum Camp. Insgesamt waren wir 5 Stunden unterwegs und schafften dabei 12 km.

Zurück im Camp machten wir eine kurze Pause, um gegen 18:00 Uhr gemeinsam das Abendessen (Nudeleintopf) auf den Campingkochern vorzubereiten. Nach dem Abendessen und dem Aufräumen tauschten wir uns über das Erlebte von diesem Tag aus. Gegen 21:30 Uhr war dann Nachtruhe. Jan und Paul hatten die Schuhe auf einem Baum gebunden und mussten sie, wegen eines Regenschauer, mitten in der Nacht unter ihr Tarp holen.

Der nächste Morgen begann 7:30 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück. Danach wanderten wir zum Kyffhäuser nach 1,5 Stunden (5 km und geschätzten 500 Höhenmetern  waren wir auf dem Vorhof angekommen. Dort gab es ein kleines Erfrischungsgetränk.  Gegen 12:00 Uhr liefen wir wieder zurück zum Camp, machten 30 Minuten Pause und übten das Verhalten bei Gewitter im Wald. Ca. 16:00 Uhr wanderten wir nochmals einen anderen Weg zum Gietenkopf und staunten über die tolle Aussicht. Nachdem wir wieder im Camp angekommen waren, haben wir gemeinsam das Abendessen (Chili con Carne) vorbereitet und natürlich mit Genuss verspeist. Am Abend wurde dann aus unserer Gewitterübung der Ernstfall. Doch wir hatten Glück, das Gewitter zog an uns vorbei. Ganz aufgeregt kamen wir nach einer Stunde wieder ins Camp und tauschten uns aus, ob auch alle die Regeln richtig befolgt haben. Danach gingen alle Schlafen, denn der nächste Tag sollte bereits 5:30 Uhr beginnen.

Pünktlich 5:30 standen alle auf, packten alle Sachen ein, bauten das Camp ab und frühstückten gemeinsam. Gegen 7:30  Uhr starteten wir mit der gesamten Ausrüstung Richtung Udersleben zum Blockhaus  (6,5 km), wo wir den Rest der Wohngruppe zum Bewohnerurlaub treffen wollten. Wir waren noch vor allen anderen da.

 

Max zu seinen Erlebnissen:

Tobias: „Was hat dir im Outdoor-Camp am meisten gefallen?

Max: „Am meisten hat mir gefallen, dass wir mit so wenig Wasser ausgekommen sind. Dann waren noch die Wanderungen mit Karte und Kompass cool.
Wir haben auch gelernt, dass wir keine Lebensmittel mit ins Camp nehmen dürfen – die haben wir in einer Tasche an einen Baum, etwas weiter vom Camp,  gehangen. Lustig fand ich auch, dass wir die Schuhe  nachts immer festgebunden haben, damit sie nicht vom Fuchs geholt werden. Ich durfte sogar ein wenig Schnitzen üben mit einem echten Outdoor-Messer und hab es auch gut hinbekommen. Gut fand ich auch, dass wir das Camp immer sauber gehalten haben. Am 2. Abend haben wir auch eine Gewitterübung (Verhalten bei Gewitter im Wald) gemacht. Das war sehr gut, weil ich vor Gewitter Angst habe.“

Tobias:  „Würdest du noch einmal eine solche Aktion mitmachen?“

Max: „ Ja das würde ich sehr gern.“

 

Jan zu seinen Erlebnissen:

Tobias: "Was hat dir am Outdoor -Camp gefallen?"

Jan: "Das Wandern, das Zelten in freier Natur, das Essen und die Ruhe."

Tobias: "Wie war es für dich mit dem Wasser?"

Jan: "Das war schön, dass wir mit dem Wasser ausgekommen sind. Auch cool fand ich, dass wir das Essen wegen der Tiere in den Baum gehangen haben."

Tobias: Würdest du ein solches Angebot noch einmal mitmachen?

Jan: Ja das würde ich gern – vielleicht vor meinem Auszug?!

 

Tobias Erdmann, Betreuer Haus Miriam