Stiftungszeitung "Tintenfisch" 3.Ausgabe 2016

Titelthema

„Ohne Fleiß kein Preis!“

Unter diesem Motto sind sechs Jugendliche aus Afghanistan, die im Haus „Franz“ ein vorübergehendes Zuhause gefunden haben, im Zeitraum von März bis Dezember 2016 auf eine Wertereise gegangen. Ausgangspunkt waren Fragen wie: Was sind eigentlich Werte? Welche Werte sind wichtig und notwendig, damit die Integration in Deutschland gelingen kann? Was denken die Menschen in unserem Umfeld darüber? Im Rahmen des Projektes „Werte. Zusammen. Leben in Thüringen 2016“ des Landesjugendringes Thüringen (LJRT) diskutierten die Jugendlichen über ihre eigenen Werte.
Sich auf das Projekt einzulassen, war anfangs für die Jugendlichen schwierig. Sie kannten bisher so etwas nicht und die Sprachbarriere erschwerte den Einstieg. Mit etwas Unterstützung fanden sie dann aber einen Zugang zum Thema und schließlich recht schnell gemeinsame Werte, woraus sie das Motto entwickelten. Das Sprichwort „Ohne Fleiß kein Preis“ gibt es nicht nur in Deutschland, sondern es ist auch in Afghanistan bekannt. Die Bedeutung ist dieselbe. Die Begriffe Zielstrebigkeit, Selbstbewusstsein
und Fleiß spielen dabei eine wichtige Rolle. Für die Jugendlichen war es spannend herauszufinden, ob sich die Gedanken/Meinungen der Afghanen und Deutschen zu diesem Sprichwort unterscheiden oder ob sie letztlich gleich sind. Im Laufe des Projektes wurden deshalb Ideen gesammelt, regelmäßige Arbeitstreffen mit einem Coach des LJRT veranstaltet, Interviews geführt und Aktionen geplant. Für das Endprodukt, das zum Abschluss des Projektes eingereicht werden musste, wurde alles fotografiert und gefilmt.
Eine erste Präsentation der Ergebnisse erfolgte am Tag der offenen Tür im Haus „Franz“. Am 26.11. fand die finale Präsentation unseres Werteprojektes im Reithaus der Stadt Weimar statt. Teile des Endproduktes wurden im geeigneten Rahmen einer größeren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Am wichtigsten für die Jugendlichen war jedoch das Fazit, was sie aus der Arbeit am Projekt ziehen konnten: Die Werte der afghanischen Jugendlichen unterscheiden sich nicht von denen der befragten Menschen aus Sömmerda.