Förderschulen "Maria Martha"

Stiftung Finneck Förderschule "Maria Martha"

Die Förderschulen sind staatlich anerkannte Ganztagsschulen in diakonischer Trägerschaft mit dem Bildungsgang zur individuellen Lebensbewältigung.
Im Mittelpunkt steht der Mensch mit seinen von Gott gegebenen Fähigkeiten und Neigungen. Ziel ist es, diese zu erkennen und zu entwickeln sowie jeden Schüler in seiner Lebenssituation anzunehmen und in seiner individuellen Leistungsfähigkeit zu stärken.

Bei uns lernen Kinder und Jugendliche,

  • mit geistiger Behinderung
  • mit Mehrfachbehinderung
  • mit Autismusspektrumsstörung
  • mit zusätzlichem emotionalen und sozialen Förderbedarf

In jeder Klasse unterrichten zwei Pädagogen. Der Klassenlehrer und die Sonderpädagogische Fachkraft, Erzieher, Heilpädagoge oder Heilerziehungspfleger lernen mit den Schülern individuell in Gruppen oder im Einzelunterricht.

Kapazität

Die Schüler lernen in den Unter-, Mittel-, Ober- oder Werkstufenklassen.
Förderschule Rastenberg: 100 Kinder und Jugendliche  
Förderschule Sömmerda (inklusive Außenstellen): 90 Kinder und Jugendliche

Schulstandorte und Räumlichkeiten

Förderschule Rastenberg (Herrenstraße 34)

  • Behindertengerechter Bau (z.B. Fahrstuhl)
  • Klassenräume
  • Einzeltherapieräume
  • Therapiebad
  • Turnraum
  • Snoezelraum
  • Raum für Kunsttherapie
  • Raum der Stille
  • Räume für den hauswirtschaftlichen Unterricht
  • Lehrküche
  • Werkenräume
  • Raum für physiotherapeutische Behandlungen
  • Aula für Andachten, Theater – und Zirkusarbeit

Förderschule Sömmerda (Nicolaus-von-Dreyse-Straße 9)

  • Behindertengerechter Bau (z.B. Fahrstuhl)
  • Klassenräume
  • Einzeltherapieräume
  • Gymnastikraum
  • Raum für den hauswirtschaftlichen Unterricht
  • Lehrküche
  • Werkenraum
  • Raum für physiotherapeutische Behandlungen
  • Raum mit Hörglocke

Außenstelle der Werkstufe Sömmerda, (Rheinmetallstraße 1)

  • Behindertengerechter Bau (z.B. Fahrstuhl)
  • Kassenräume
  • Raum für den hauswirtschaftlichen Unterricht
  • Lehrküche

Außenstelle „Lernen unter einem Dach“ Sömmerda, (Salzmannschule, Kölledaer Str. 29)

  • Die Schüler lernen gemeinsam und inklusiv mit den Schülern der Regelschule „Salzmann“

Pädagogenteam

  • Förderschullehrer
  • Sonderpädagogische Fachkräfte
  • Grund-, Regelschul- sowie Gymnasiallehrer mit Aufbaustudium zum Förderschullehrer
  • Physiotherapeuten (Vojta), Heilpädagogen, Psychologin, Patholinguistin, KrankenpflegerInnen

Außerdem arbeiten wir mit zahlreichen externen Therapeuten aus unterschiedlichen Fachrichtungen (z. B. Zirkuspädagogin, Ergotherapeuten) zusammen.

Spezialisierung im Umgang mit herausfordernden Verhalten

Die oft noch zusätzliche Diagnose emotionaler und sozialer Förderbedarf stellt das Pädagogen-Team vor große Herausforderungen. Die Schule hat sich dieser Aufgabe gestellt und entsprechende Strategien für das herausfordernde Verhalten entwickelt. Wir arbeiten mit dem Trainingsprogramm: „Ich schaffs“, wir bilden Schüler zu Streitschlichtern aus, wir arbeiten mit Deeskalationsplänen und Verstärkersystemen. Die Schule hat in Zusammenarbeit mit dem Wohnbereich der Stiftung ein eigenes Deeskalationsmanagement entwickelt.

Spezialisierung Autismusspektrumsstörung

Die Diagnosen „Frühkindlicher Autismus“, „Asperger Syndrom“ oder atypischer Autismus  beschreiben tiefgreifende Entwicklungsstörungen. Kinder mit einer Störung im autistischen Spektrum reagieren nicht auf Signale von außen und wollen nicht oder nur begrenzt kommunizieren – sie leben in ihrer eigenen Welt, mit strengen Regeln. Dinge werden nach Farben oder Größe sortiert, feste Abläufe und Routinen sind wichtig.

Die Finneck-Schule hat sich pädagogisch auf die Förderung autistischer Kinder spezialisiert. Etwa 20 Prozent unserer Schüler zeigen autistische Verhaltensweisen oder haben die Diagnose Autismusspektrumsstörung.
Aufgabe der Pädagogen ist es, Zugang zu den autistischen Kindern zu finden, Faibles und Vorlieben zu entdecken. Das funktioniert mit Bildern, Symbolen, Buchstabentafeln und speziellen Computertastaturen. Erst kleine Schritte, damit große Schritte möglich sind: Die Kinder sollen sozial stabilisiert werden, damit sie in einer Gruppe zurechtkommen. Alle Einrichtungen der Stiftung arbeiten dabei nach einem einheitlichen Autismus - Konzept, so dass die Schüler, ob in der Schule, im Wohnheim oder in den Werkstätten auf gleiche Weise kommunizieren können.

Die TEACCH- Methode (Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children) wird seit den 70er Jahren in Europa in Schulen und pädagogischen Einrichtungen angewandt. Die individuelle Diagnostik und ganzheitliche Förderung des Kindes soll seine Fähigkeit verbessern, in seiner Lebenswelt zurechtzukommen.  Eltern und Familien sind dabei wichtige Partner. Für den Alltag eines autistischen Kindes bedeutet TEACCH vor allem Strukturierung und Visualisierung - in einem engmaschigen, festen Tagesablauf mit Bildern und Symbolen, die jede Aufgabe genau erklären.

Körper- und bewegungsorientierte Klassen (KBK)

Wir Menschen unterliegen in der frühkindlichen Entwicklung der motorischen Ontogenese, einem Prozess, welcher zwar leicht zeitlich different, jedoch nach gewissen  Gesetzmäßigkeiten und Abläufen durchlebt wird. In der normalen Entwicklung führt die Motivation zur Aufrichtung gegen die Schwerkraft sowie zur Haltungssicherung, die erforderlich ist, um eine physische Bewegung ausführen zu können dazu, dass der Mensch das Gehen lernt.
Bei schwerstmehrfachbehinderten Kindern und Jugendlichen, die das Laufen nicht erlernt haben, ist diese Entwicklung an einem bestimmten Punkt unterbrochen und sie können sich von allein nicht weiter entwickeln. Meist bedeutet dann schon das Sitzen im Rollstuhl eine starke Überforderung, weil diese Kinder spontanmotorisch noch bei weitem nicht auf dem Entwicklungsniveau des selbstständigen Sitzens sind. Die daraus resultierenden Überlastungen führen zu Fehlhaltungen, vermehrter Spastik und Fehlwachstum. Eng  verbunden ist die motorische Entwicklung mit der gesamten Wahrnehmungsentwicklung und Sprachentwicklung, die einander bedingen und aufeinander aufbauen.
Mit dem fachlichen Ansatz des Pörnbacher Konzeptes soll schwerstmehrfachbehinderten Kindern die Möglichkeit gegeben werden, in ihrem Lernumfeld  Entwicklungsfortschritte zu erreichen. Eine notwendige Grundausstattung beinhaltet ein personenbezogener, angepasster Keil als Liegefläche, der das Kind in seiner motorischen Entwicklung unterstützt und damit nicht zwingend das Sitzen im Rollstuhl erfordert.

Erfolge:

  • freie Bewegungsmöglichkeiten
  • selbstbestimmte Kontaktaufnahme
  • Stabilisierung des Körpers
  • Förderung der Sinne und des Sprechens
  • erleichterte Nahrungsaufnahme
  • Darmregulation
  • vertieftere Atmung durch Bewegung
  • Steigerung des Wohlbefindens

Kursunterricht

Fachspezifischen Unterricht außerhalb des Klassenverbandes erhalten die Schüler in Sport, Werken, Religion und im Kursunterricht. Unterstützend können Therapien in Anspruch genommen werden, die helfen, mit Beeinträchtigungen umzugehen und die Voraussetzungen für die Teilnahme am Unterricht zu verbessern.
Der Kursunterricht ist klassenübergreifend. Er orientiert sich an den Stärken und Interessen der Schüler. Angeboten werden, je nach Schulstandort, Neigungskurse zu Drucktechniken und zum grafischen Gestalten, zum Erstellung einer Schulchronik, zu Geschichte, Entspannungsreisen, Wassergymnastik, Kunst, Literatur, Gestaltung des Außengeländes, Umgang mit der eigenen Sexualität, Chor, Walking und viele mehr.
Für Schüler der Werkstufe gibt es berufsvorbereitende Kurse in Landschafts- und Gartengestaltung, Holz- und Metallverarbeitung, Arbeitslehre, Arbeitsvorbereitung, Hauswirtschaft oder Textilarbeiten.

Finneck-Schule Kursunterricht

Werkstufe

Die Werkstufe soll in drei bis sechs Schuljahren die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur größtmöglichen Selbstständigkeit und Eigenverantwortung führen und somit den Prozess des Erwachsenwerdens unterstützen. Der Schwerpunkt unserer pädagogischen Bemühungen besteht in der Vermittlung einer breit angelegten vorberuflichen Grundbildung ohne Bindung an bestimmte Berufsfelder. Die Werkstufe vermittelt also Grundfähigkeiten und Grundfertigkeiten, die für verschiedene berufliche Tätigkeiten von Bedeutung sein können. Weiterhin haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, den Jugendlichen Hilfestellung bei der Suche nach geeigneten zukünftigen Berufsfeldern zu geben. Wir unterstützen die Agentur für Arbeit bei ihrer Entscheidung über die Platzierung des jungen Menschen in der Arbeitswelt.

Finneck-Schule Werkstufe

Interesse und Anmeldung

Wenn Sie sich unsere Schule anschauen möchten oder Fragen haben, vereinbaren wir gern einen Termin mit Ihnen.

 

Finneck-Werkstätten, das Kompetenzzentrum für Arbeit und Bildung

Die Finneck-Werkstätten in Sömmerda, Rastenberg, Artern und Bad Frankenhausen, bieten Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz und damit eine Aufgabe, Geborgenheit und gesellschaftliche Anerkennung. Im Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung entstehen Vertrauen und eine Perspektive.