Die Chefs von morgen? – Unsere Schülerfirmen

… dass in unseren Finneckschulen nicht nur Frontalunterricht praktiziert wird und dass es tolle außerschulische Möglichkeiten gibt, dürfte sich eigentlich schon herum gesprochen haben. Aber, dass es bei uns auch drei tolle Schülerfirmen gibt, die fleißig arbeiten und wirtschaften, das weiß vielleicht noch nicht jeder.

Schülerfirma – was ist das eigentlich?

Schülerfirmen sind eine besondere Form der schulischen Projektarbeit, in der Schülerinnen und Schüler eigene Geschäftsideen umsetzen. Unter dem rechtlichen Dach der Schule produziert und verkauft eine Schülerfirma reale Produkte oder bietet Dienstleistungen an.

Welche Schülerfirmen gibt es in den Finneckschulen?

Die Schülerfirma „Putzteufel“

Die Schüler und Schülerinnen, die als „Putzteufel“ bekannt sind, geben ihr Bestes in Sachen Autoreinigung.

Schon seit 2005 putzen, saugen und polieren die Angestellten im Rahmen des berufsvorbereitenden Kursunterrichts. Die Schüler, die Interesse an der Firma haben, können den Wunsch bei der Auswahl der Kurse zu Schuljahresbeginn bei ihren Lehrern angeben. Danach heißt es: Probearbeiten – und das gleich drei Mal.

Wenn dann alles funktioniert können die Schüler einen Arbeitsvertrag unterschreiben und verpflichten sich für ein Jahr: dann heißt es jeden Donnerstag von 10 Uhr bis 14 Uhr die Autoreinigung durchführen. Die Terminvereinbarungen übernehmen die Lehrer, sodass jede Woche zwei bis drei Autos gereinigt werden können.

Die Mitarbeiter müssen sich mit verschiedenen Reinigern für Scharniere, Scheiben oder Kunststoffflächen auskennen, damit sie sie richtig anwenden können. Die Arbeit funktioniert Hand in Hand, jeder kennt die Stärken und Schwächen des Anderen und es wird sich fleißig ausgeholfen. Und diese gute Zusammenarbeit zahlt sich aus – denn die Putzteufel haben viele Stammkunden und so viele Anfragen, dass Kunden etwa vier Wochen lang auf einen Termin warten müssen.

Putzteufel

Die Schülerfirma Kunstgewerbe

… hier werden verschiedene Produkte aus Holz hergestellt. Der absolute Verkaufsschlager ist die Holzzuckertüte, die schon seit 12 Jahren produziert wird. Die großen Teile der Zuckertüte werden in den Finneck Werkstätten hergestellt, für die kleinen Teile ist die Schülerfirma zuständig – diese werden im Schulteil Sömmerda gebaut.

Die  Schüler haben viele verschiedene Aufgaben – denn es dauert etwas, bis so eine Holzzuckertüte fertig ist – Einzelteile streichen, schleifen und ein zweites Mal streichen und die Holzteile und Kordeln nach dem vorgegebenen Fädelsystem korrekt miteinander verbinden. Die Herstellung birgt viele Herausforderungen: die farbige Gestaltung, die benötigten Fingerfertigkeiten beim Fädeln und das Filz einkleben ist auch nicht immer einfach. Aber die Firma wäre nicht so erfolgreich, wenn es nicht alles Profis wären.

Die Auftragserfassung erfolgt über ein Online-System und das Verpacken und Versenden wird auch von der Schülerfirma übernommen.

Die Schülerfirma Kunstgewerbe ist im berufsvorbereitenden Kurssystem der Werkstufe eingebunden und die Schüler können sich dort einwählen. Wenn die Voraussetzungen stimmen, sind sie nach einem Probearbeiten feste Mitarbeiter der Schülerfirma. Hier gibt es auch ein Belohnungssystem, bei dem sich die Schüler ihr Taschengeld aufbessern können – eine tolle Motivation für Schüler.

Werbung muss die Schülerfirma eigentlich nicht mehr machen – über Mundpropaganda, Empfehlungen oder Märkte haben sie sich einen Namen gemacht. Sie haben deutschlandweit Kunden. Der größte Abnehmer ist ein Waldkindergarten aus Mönchengladbach, der jedes Jahr 12 Zuckertüten zur Einschulung bestellt – ein großer Auftrag, für den fleißig produziert werden muss.

 

Kunstgewerbe

Die Schülerfirma „CaféKLATSCH – Kultur mit Milch und Zucker“

Gegründet von 11 Jahren hat sich die Schülerfirma dem Schülercafé verschrieben. Dort arbeiten derzeit 20 Schüler und Schülerinnen und backen immer freitags Kuchen und Kaffeespezialitäten. Die können dann von Schülern, Lehrern aber auch von externen Besuchern des Schülercafés verspeist werden. Das Café hat freitags von 12 Uhr bis 14:30 Uhr geöffnet – bei schönem Wetter können die süßen Speisen auf dem Schulhof gegessen werden, bei schlechtem Wetter wird das bunte Treiben in das Lehrerzimmer der Förderschule verlegt.

Einmal im Monat werden Kaffee und Kuchen auch in der Rastenberger Bibliothek angeboten – und das findet immer großen Anklang, denn viele Besucher möchten den leckeren und aufwändig gebackenen Kuchen probieren.

Auch bei besonderen Anlässen dürfen die Kuchen des Schülercafés nicht fehlen: bei der Kalendertürchen-Aktion in Rastenberg, dem Basketballturnier in Sömmerda, dem Lauf gegen den Hunger oder auch auf Wunsch - wie im September, als zum Festtag anlässlich des 100. Geburtstages der Stiftung Finneck die Festtorte vom Schülercafé gebacken wurde.

Die Theatergruppe „Sprudel-Strudel“ ist auch Teil der Schülerfirma. Hier wirken Schüler der Gemeinschafts- und der Förderschule mit und führen jedes Jahr zur Weihnachtszeit ein Krippenspiel auf. Für besondere Anlässe und Projekte werden aber auch Theaterstücke eingeübt.

Um Teil der Schülerfirma zu werden, müssen sich die Schüler auch hier bewerben. Bedingung ist: erfolgreiches Absolvieren der dreimonatigen Probezeit und ein Hygieneausweis – schließlich muss alles stimmen.

Unter Anleitung eines Pädagogen werden die Schüler in etwa fünf bis sechs Gruppen geteilt, um in verschiedenen Küchen backen zu können. Auch während der Öffnungszeiten des Cafés gibt es verschiedene Aufgabenfelder: Bestellaufnahme, Servieren, Kassieren, Kuchen auf die Teller legen oder Küche aufräumen.

Einmal im Monat werden alle Einnahmen des Schülercafés als Löhne an die Mitarbeiter ausgezahlt. Im Jahr 2013 hat die Schülerfirma CaféKLATSCH die Patenschaft für die indische Schülerin Suvitha übernommen und unterstützt sie seitdem monatlich mit 17,50 € - das Geld finanziert dem Mädchen einen Teil des Wohnens, der Verpflegung und den Schulbesuch.

CaféKLATSCH